Lunch am Pool

Ronald Reagan führte Tagebuch. Deshalb weiss nun die ganze Welt, wann er mit den Wicks einen Lunch am Pool einnahm. Ich sollte eigentlich auch Tagebuch führen, finde ich. Denn interessanterweise hat mich bei der heutigen Zeitungslektüre (ich beginne damit immer um 06:00 wie es sich für politisch Interessierte gehört) dieser Hinweis länger aufgehalten als die Senkung des Umwandlungssatzes. Dabei ist letzteres viel wichtiger. Es wird mich treffen, denn 2015 bin ich auch pensioniert. Und der Umwandlungssatz ist eine Folge der Demographie und der Börsenperformance und somit eigentlich gar kein politisches Problem. Aber ich habe versprochen gegen Sozialabbau zu sein und somit bin ich für den Entscheid des Parlaments. Uebrigens auch in bezug auf Patentrecht. Denn ich stütze unsere Schweizer Interessen wo ich kann und die pharmazeutische Industrie ist nun mal sehr bedeutend. Ohne sie können wir einiges vergessen. Nun aber will ich brav wieder Ronald Reagan nacheifern und die Feder des Tages ergreifen und brav berichten dass ich gestern dabei sein durfte „Lunch mit Underberg und Wanner“ zu geniessen. Es war zwar kein Lunch sondern ein Apéro am Abend aber immerhin: Am 8. Forum Wirtschaftsstandort „mit Blick in die weite Welt“ wie der organisierende Limmattaler heute schreibt war die Limmattaler Wirtschafts- und Politprominenz anwesend und kam auf ihre Kosten. Reto Müller, der CEO von Helbling war ausserordentlich faktenreich und detailgenau und Frau Hubertine Underberg („Mein Vorname stammt von meinem Ur-Urgrossvater“) überzeugte mich durch ihre Vielfalt. Sie schaffte es, ihr Produkt als Medikament anzupreisen (ich wähnte mich schon an einer Senioren-Kaffeefahrt), eine äusserst spannende Familiengeschichte nachzuzeichnen und erst noch mit geschichtlichem Flair zu glänzen mit Anleihen an die Globalisierung im römischen Reich (die Thebener dienten in Xanten). Danach schritt sie noch von Tisch zu Tisch und verteilte Ihre kleinen Fläschchen, die aus Kopierschutzgründen nur in dieser einen kleinen Form auftauchen und in den Weltkriegen deshalb nicht produziert wurden, weil die Kräuter aus 43 Ländern stammen und damals nicht beibringbar waren. Und auf ein minderes Produkt wollte man nicht ausweichen weil dies der Marke geschadet hätte. Das finde ich stark und die Familie – nun in der 6. Generation – ist wirklich sehr interessant. Mal sehen was ich heute erleben werde….

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