Archiv für Juli, 2007

Ich will ein neues Sackmesser

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Zurzeit gibt es ein Riesentheater um das Armeemesser. Sollen Schweizer Soldaten künftig ein Ding aus China im Sack haben? Nein das darf doch nicht sein, wettern Patrioten und Armeeisten. Sie machen Druck auf den Bundesrat, der eine WTO Ausschreibung vornimmt, wie es heutzutage der Brauch ist in der globalisierten Welt. Schweizer Firmen wollen im Ausland auch zum Zug kommen. Und sie tun es ja auch. Vielerorts jedenfalls, nur vielleicht nicht so gut in Frankreich, aber lassen wir das. Dank dem Tages Anzeiger vom 19. Juli wissen wir jedenfalls, was Herr Elsener zum Messer-Wirbel sagt. Elsener ist 85 jährig, fährt noch jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit und ist der Seniorchef der Victorinox, die das Schneideinstrument seit 1891 fabriziert. Damit ist es eine Tradition, die genau gleich alt ist wie das Instrument der Schweizer Volksinitiative – das nur nebenbei. Also: Elsener also hält gar nichts von Interventionen beim Bundesrat. „Solche Vetternwirtschaft kommt für mich nicht in Frage“, lässt er sich vom Journalisten zitieren. Seine Firma sei kein Staatsbetrieb, und sie müssten sich auf dem Markt behaupten. Seine Instrumente seien konkurrenzfähig. Punkt. Ich glaube ich brauche ein neues Taschenmesser. Keines aus China, eines von Victorinox.

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Salami mit Mayonnaise

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Ich habe selten so viele Reaktionen erhalten wie auf dieses. An sich ja etwas völlig Belangloses, Uninteressantes und Unpolitisches. Dennoch sorgte es für Aufsehen, und ich hatte viel zu tun mit Rechtfertigen, Erklären, Erläutern etc. Nun muss ich aber endlich sagen, worum es geht: Es ist so: Sie wissen ja, im Limmattal, da gibt es die LiZ Woche Plus. Eines von vielen Gratisblättern in unserer Presselandschaft, eine Landschaft übrigens, die noch mit genau 207 Titeln bestückt ist (1939 waren es noch über 400!). Da erheben sich also nicht mehr so viele Berge wie damals. Dieser aber hier im Limmattal scheint herauszuragen. Denn dieser Anzeiger für das Limmattal hatte mir unlängst eine Plattform geboten, meine „Ansichten der Woche“ darzulegen. Was ich denn auch frisch und fröhlich, wenn auch nicht nur fromm und frei, aber immerhin tat. Und sie wurden gelesen. Ich wurde mit Reaktionen geradezu übeschwemmt. Zuerst einmal waren all jene Menschen in meinem persönlichen Umfeld, die ebenfalls sehr gerne unter „was ich mag“ aufgeführt worden wären. Das kostete zahlreiche Blumensträusse, Pralinenschachteln, Büchergutscheine und vieles mehr. Die schlimmsten Reaktionen jedoch erhielt ich auf mein Bekenntnis, Salami mit Mayonnaise zu mögen. Ich kann schon gar nicht mehr zählen, mit wie vielen igittigit-Sauerminen ich da konfrontiert wurde. Wie diese Aussage im Zusammenhang stehe mit meinem politischen Bekenntnis auf der Homepage, wo ich doch so sehr für Prävention im Gesundheitswesen eintrete! Und wenn schon das nicht zusammenpasse: „Wie sieht es dann sonst mit Deinen Politüberzeugungen aus!“ Werde ich beschimpft. Ich hätte wohl sagen sollen, dass dieser Salami mit Mayonnaise nicht meine absolute tägliche Grundnahrung darstelle, sondern nur eine fettige Sünde so kurz vor dem Schlafengehen, wo ich im Pyjama kurz vor dem Zähneputzen manchmal zufälligerweise am Kühlschrank in der Küche vorbeihusche, weil noch Geschirr in der Spüle herausgeholt werden muss. Ich werde mich also im Wahlkampf wieder darauf zurückbesinnen, schön politisch-korrekte Aussagen zu machen und nichts mehr von mir erzählen. Ist doch besser so oder?

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Irritierender Sarkozy

Es gibt sehr vieles, das mir an der Schweiz gut gefällt. Und in letzter Zeit achte ich mehr darauf als sonst, da ich Material zusammentragen muss für eine 1. August-Rede (wäre eine gute Uebung für alle hierzulande, mal eine 1. August-Rede halten zu müssen). Besonders gefällt mir an der Schweiz die politische Gradlinigkeit. Die Linken politisieren links, die Rechten politisieren rechts, mal von Ausnahmen abgesehen. Auffallen tut mir das, wenn ich westwärts blicke. Da irritiert einiges. Die Franzosen haben einen Bürgerlichen gewählt, den Herrn Sarkozy. Doch wie gebärdet er sich? Heute lese ich in der Neuen Zürcher Zeitung, er wolle der europäischen Notenbank dreinreden damit der Eurokurs sinke und die Exporte angekurbelt würden. Und er wolle Staatsschulden machen um die Wirtschaft zu beleben bis etwa ins Jahr 2010. Schon von früher wissen wir, dass er den Staat aktiv werden lässt, um Firmen aus dem Ausland zu verhindern, Firmen in Frankreich zu kaufen. Lauter Postulate des Etatismus. Da lobe ich mir die Schweiz: Hier herrscht klare Trennung zwischen Staat und Notenbank, die Verschuldung zu dämmen ist ein klares Kernanliegen der Politik und Heimatschutz für Schweizer Firmen betreibt man auch keinen. Alles gute Voraussetzungen für einen fitten Standort  der Zukunft. sarkozy.jpg

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