Ich habe selten so viele Reaktionen erhalten wie auf dieses. An sich ja etwas völlig Belangloses, Uninteressantes und Unpolitisches. Dennoch sorgte es für Aufsehen, und ich hatte viel zu tun mit Rechtfertigen, Erklären, Erläutern etc. Nun muss ich aber endlich sagen, worum es geht: Es ist so: Sie wissen ja, im Limmattal, da gibt es die LiZ Woche Plus. Eines von vielen Gratisblättern in unserer Presselandschaft, eine Landschaft übrigens, die noch mit genau 207 Titeln bestückt ist (1939 waren es noch über 400!). Da erheben sich also nicht mehr so viele Berge wie damals. Dieser aber hier im Limmattal scheint herauszuragen. Denn dieser Anzeiger für das Limmattal hatte mir unlängst eine Plattform geboten, meine „Ansichten der Woche“ darzulegen. Was ich denn auch frisch und fröhlich, wenn auch nicht nur fromm und frei, aber immerhin tat. Und sie wurden gelesen. Ich wurde mit Reaktionen geradezu übeschwemmt. Zuerst einmal waren all jene Menschen in meinem persönlichen Umfeld, die ebenfalls sehr gerne unter „was ich mag“ aufgeführt worden wären. Das kostete zahlreiche Blumensträusse, Pralinenschachteln, Büchergutscheine und vieles mehr. Die schlimmsten Reaktionen jedoch erhielt ich auf mein Bekenntnis, Salami mit Mayonnaise zu mögen. Ich kann schon gar nicht mehr zählen, mit wie vielen igittigit-Sauerminen ich da konfrontiert wurde. Wie diese Aussage im Zusammenhang stehe mit meinem politischen Bekenntnis auf der Homepage, wo ich doch so sehr für Prävention im Gesundheitswesen eintrete! Und wenn schon das nicht zusammenpasse: „Wie sieht es dann sonst mit Deinen Politüberzeugungen aus!“ Werde ich beschimpft. Ich hätte wohl sagen sollen, dass dieser Salami mit Mayonnaise nicht meine absolute tägliche Grundnahrung darstelle, sondern nur eine fettige Sünde so kurz vor dem Schlafengehen, wo ich im Pyjama kurz vor dem Zähneputzen manchmal zufälligerweise am Kühlschrank in der Küche vorbeihusche, weil noch Geschirr in der Spüle herausgeholt werden muss. Ich werde mich also im Wahlkampf wieder darauf zurückbesinnen, schön politisch-korrekte Aussagen zu machen und nichts mehr von mir erzählen. Ist doch besser so oder?