Zurzeit gibt es ein Riesentheater um das Armeemesser. Sollen Schweizer Soldaten künftig ein Ding aus China im Sack haben? Nein das darf doch nicht sein, wettern Patrioten und Armeeisten. Sie machen Druck auf den Bundesrat, der eine WTO Ausschreibung vornimmt, wie es heutzutage der Brauch ist in der globalisierten Welt. Schweizer Firmen wollen im Ausland auch zum Zug kommen. Und sie tun es ja auch. Vielerorts jedenfalls, nur vielleicht nicht so gut in Frankreich, aber lassen wir das. Dank dem Tages Anzeiger vom 19. Juli wissen wir jedenfalls, was Herr Elsener zum Messer-Wirbel sagt. Elsener ist 85 jährig, fährt noch jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit und ist der Seniorchef der Victorinox, die das Schneideinstrument seit 1891 fabriziert. Damit ist es eine Tradition, die genau gleich alt ist wie das Instrument der Schweizer Volksinitiative – das nur nebenbei. Also: Elsener also hält gar nichts von Interventionen beim Bundesrat. „Solche Vetternwirtschaft kommt für mich nicht in Frage“, lässt er sich vom Journalisten zitieren. Seine Firma sei kein Staatsbetrieb, und sie müssten sich auf dem Markt behaupten. Seine Instrumente seien konkurrenzfähig. Punkt. Ich glaube ich brauche ein neues Taschenmesser. Keines aus China, eines von Victorinox.